~ Archive for July, 2007 ~

Letter from Munich 325

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Letter from Munich - the Joseph Affair – 325

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 27 July 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

Continuation of a translation of the letter in German, below, that was begun on July 20:

BEGINNING OF THE LETTER FROM SAAD ABDULLA:

Dear Bob,

Hoek Duijn, a citizen of the Netherlands, has bought the Kantelberg pharmacy (in Sebnitz). (See the Sueddeutsche Zeitung of 7 July and 10 July 2007.)

Today I did some research on the Internet and found the following in the online edition of the Sueddeutsche Zeitung for 14 July 2007. Uta Schneider, daughter of Ekkehard Schneider, pharmacist and owner of the Hirsch Pharmacy in Sebnitz, i.e. the woman who (allegedly) murdered my son Joseph, together with Maik Hauke and Sandro Richter (also allegedly) – something that is very clear (in my opinion) – has reopened the pharmacy we used to own in Sebnitz. Apparently she is renting the pharmacy from a man from the Netherlands, Hoek Duijn.

I’m sending you some additional documents that indicate the reason for my son’s murder. Three members of the Sebnitz city council, it is alleged, are very much implicated in that murder. One of them, who has a doctorate, is alleged to be a member of the neo-Nazi party, the NPD, and also a member of the banned neo-Nazi organization, the SSS (‘Skinheads Sachsische Schweiz’ or ‘Skinheads of the Switzerland of Saxony’). This person is alleged to have definitely been involved in events surrounding the murder.

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

Mobile: +49 152 0285 4626

E-Mail:  

Websites: majoskant at t-online.de

href=”http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

http://blogs.law.harvard.edu/Germany2/

——————————————————–

Since” title=”http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

http://blogs.law.harvard.edu/Germany2/

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Since” target=”_blank”>http://blogs.law.harvard.edu/MunichLette… many recipients of this letter may read German more easily than they read English, the following is the author’s translation of the above letter. Please note that word-processing programs outside of German-speaking countries may not display all of the letters of the German alphabet correctly.

Alle Briefe aus München sind abrufbar:

http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

Düsseldorf, den 27. Juli 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

DER BRIEF VON SAAD ABDULLA BEGINNT:

Lieber Bob,

Der Holländer Hoek Duijn hat die Kantelberg- Apotheke gekauft ( SZ vom 07.07.2007 u.10.07.2007).

Heute habe ich wieder im Internet recherchiert und fand folgendes in der SZ (14.07.2007,SZ-online). Uta Schneider, die Tochter von Ekkehard Schneider - Apotheker und Besitzer der Hirsch Apotheke in Sebnitz - also die Frau, die meinen Sohn Joseph zusammen mit Maik Hauke und Sandro Richter (angeblich) ermordet hat, und dies steht glasklar fest (meiner Meinung nach), eröffnet unsere ehemalige Apotheke in Sebnitz. Angeblich hat sie die Apothekenräume vom Holländer Hoek Duijn gemietetet.

Ich schicke Dir weitere Unterlagen, die zeigen, weshalb mein Sohn ermordert wurde. Drei Stadräte der Stadt Sebnitz sind (angeblich) absolut in die Ermordung verwickelt, unter anderem ist (angeblich) der im Stadtrat Sebnitz und im Landrat Sachsen sitzende NPD Mannn (der einen Doktortitel hat) mit seiner SSS absolut an der Durchführung des Mordes verwickelt.

Als ich damals, einige Tage vor der Hausdurchsuchung, Herrn Prof. Biedenkopf in der Center-Apotheke in Anwesenheit des Bürgermeisters Ruckh diese Unterlagen gezeigt habe, standen Biedenkopf die Haare zu Berge. Er lief rot an, atemlos, mit trockenen Lippen ließ sofort eine Stadtratsitzung anberaumen. Nur um an unsere Papiere und Aufnahmen heranzukommen wurde die Hausdurchsuchung einige Tage nach seinem Besuch in der Center-Apotheke durchgeführt.

Nochmals, wir haben den Augenzeugen kein Geld angeboten, mit Ausnahme Daniel Steiner, der mit seiner Mutter zusammen mit uns nach München zur Kanzlei Bossi gefahren ist, um dort seine Aussage zu tätigen. Als Entgeld für diese Mühen haben wir ihnen Geld gegeben. Wir haben Bossi aber vorher gefragt, ob wir ihnen Geld geben dürfen, oder ob man es hinterher falsch auslegen und als Bestechung interpretieren könnte. Er sagte, daß wir selbstverständlich etwas Geld als Danke Schön für die Mühen, die sie auf sich genommen haben, geben dürften. Noch etwas seltsames. In unserer Vernehmung zum Vorwurf der Anstiftung zur Falschaussage ist keiner von und diesbezüglich - habt ihr Bonbons oder Geld gegeben ? - befragt worden. Keine einzige Frage habt ihr den Zeugen Geld angeboten, habt ihr sie zur Falschaussage angestiftet. Seltsam, oder? ,obwohl ich als Vater des Ermordeten 33 Stunden lang - Uta Schneider nicht einmal 10 Minuten befragt wurde. Das ist die deutsche Justiz und Rchtstaatlichkeit.

Verfolge die Aktivitäten des jetzigen Oberstaatsanwaltes Schär, der dazu beigetragen hat, die von meiner Frau bei der Staatsanwaltschaft gemeldeten Korruptionsfälle abgewürgt wurden.Er hat auch den Mordfall Joseph von vorneherein mit vollem Haß vereitelt Er hat meine Frau einen Monat vor Joseph`s Ermordung zur Vernehmung zur Staatsanwaltschaft nach Pirna bestellt. Dort versuchte er sie einzuschüchtern, um die Korruptionsfälle unter den Teppich zu kehren. Meine Frau bezeichnete ihn als Ausländerhasser Nr.1. Erst einen Monat nach der Ermordung Joseph`s wurde der niedergelassene Arzt und Vater von Dr. Johannes Müller, der in die Korruption zusammen mit der Stadträtin Frau Schuster, unserer ehemaligen Angestellten, angeblich verwickelt war, vernommen, obwohl die von uns erstattete Anzeige ein Jahr zuvor getätigt wurde. Die ganze Sache wurde mit einer Spende von 1000 DM seitens Frau Schuster fallen gelassen. Damit wurde die Tat zugegeben. Ausgerechnet Schär betätigt sich als aktiver Verfolger der SSS. Man muß seine Person hinterfragen. Mein Schwiegervater hätte dazu nur gesagt : Ich mach doch nicht den Bock zum Gärtner.

MfG

Saad

Notiert

SZ- online : Zitat

“Kantelberg-Haus Sebnitz wird wieder Apotheke

Sebnitz. In das leer stehende Haus der Familie Kantelberg-Abdulla in Sebnitz zieht wieder eine Apotheke ein. Uta Schneider, Tochter des ortsansässigen Apothekers Ekkehard Schneider, eröffnet sie im Januar 2008. Bereits Familie Kantelberg-Abdulla, die nach dem Tod ihres Sohnes Joseph die Stadt verließ, hatte hier eine Apotheke betrieben. Kürzlich kaufte ein Holländer das Haus und vermietete … “

Lieber Bob,

PS: du weisst, daß wir bis jetzt für die Apotheke, die Fräulein Schneider fertig eingerichtet übernimmt, die Schulden abbezahlen. Der MDR hat übrigens am 16.01.2007 und im März wieder ” Sebnitz, die perfekte Story” im Fersehen gebracht. Kunden haben uns dauf hingewiesen und gefragt , wann unternimmt ihr endlich etwas gegen diese Verunglimpfung..

MfG

Saad

ENDE DES BRIEFES VON SAAD ABDULLA

Fortsetzung nächste Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

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Letter from Munich 324

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Letter from Munich - the Joseph Affair – 324

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 20 July 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

This week I would like to begin the translation into English of the letter in German from Saad Abdulla copied below in its entirety, just as he wrote it, except for the necessary addition of terms such as “allegedly” and “in my opinion.” I will translate roughly one paragraph per week until the English version of the letter is complete:

BEGINNING OF THE LETTER FROM SAAD ABDULLA:

Dear Bob,

Hoek Duijn, a citizen of the Netherlands, has bought the Kantelberg pharmacy (in Sebnitz). (See the Sueddeutsche Zeitung of 7 July and 10 July 2007.)

Today I did some research on the Internet and found the following in the online edition of the Sueddeutsche Zeitung for 14 July 2007. Uta Schneider, daughter of Ekkehard Schneider, pharmacist and owner of the Hirsch Pharmacy in Sebnitz, i.e. the woman who (allegedly) murdered my son Joseph, together with Maik Hauke and Sandro Richter – something that is very clear (in my opinion) – has reopened the pharmacy we used to own in Sebnitz. Apparently she is renting the pharmacy from a man from the Netherlands, Hoek Duijn.

Continued next week.

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

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Since” target=”_blank”>http://blogs.law.harvard.edu/MunichLette… many recipients of this letter may read German more easily than they read English, the following is the author’s translation of the above letter. Please note that word-processing programs outside of German-speaking countries may not display all of the letters of the German alphabet correctly.

Alle Briefe aus München sind abrufbar:

http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

Düsseldorf, den 20. Juli 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

DER BRIEF VON SAAD ABDULLA BEGINNT:

Lieber Bob,

Der Holländer Hoek Duijn hat die Kantelberg- Apotheke gekauft ( SZ vom 07.07.2007 u.10.07.2007).

Heute habe ich wieder im Internet recherchiert und fand folgendes in der SZ (14.07.2007,SZ-online). Uta Schneider, die Tochter von Ekkehard Schneider - Apotheker und Besitzer der Hirsch Apotheke in Sebnitz - also die Frau, die meinen Sohn Joseph zusammen mit Maik Hauke und Sandro Richter (angeblich) ermordet hat, und dies steht glasklar fest (meiner Meinung nach), eröffnet unsere ehemalige Apotheke in Sebnitz. Angeblich hat sie die Apothekenräume vom Holländer Hoek Duijn gemietetet.

Ich schicke Dir weitere Unterlagen, die zeigen, weshalb mein Sohn ermordert wurde. Drei Stadräte der Stadt Sebnitz sind absolut in die Ermordung verwickelt, unter anderem ist der im Stadtrat Sebnitz und im Landrat Sachsen sitzende NPD Mannn Dr. Johannes Müller mit seiner SSS absolut an der Durchführung des Mordes verwickelt.

Als ich damals, einige Tage vor der Hausdurchsuchung, Herrn Prof. Biedenkopf in der Center-Apotheke in Anwesenheit des Bürgermeisters Ruckh diese Unterlagen gezeigt habe, standen Biedenkopf die Haare zu Berge. Er lief rot an, atemlos, mit trockenen Lippen ließ sofort eine Stadtratsitzung anberaumen. Nur um an unsere Papiere und Aufnahmen heranzukommen wurde die Hausdurchsuchung einige Tage nach seinem Besuch in der Center-Apotheke durchgeführt.

Nochmals, wir haben den Augenzeugen kein Geld angeboten, mit Ausnahme Daniel Steiner, der mit seiner Mutter zusammen mit uns nach München zur Kanzlei Bossi gefahren ist, um dort seine Aussage zu tätigen. Als Entgeld für diese Mühen haben wir ihnen Geld gegeben. Wir haben Bossi aber vorher gefragt, ob wir ihnen Geld geben dürfen, oder ob man es hinterher falsch auslegen und als Bestechung interpretieren könnte. Er sagte, daß wir selbstverständlich etwas Geld als Danke Schön für die Mühen, die sie auf sich genommen haben, geben dürften. Noch etwas seltsames. In unserer Vernehmung zum Vorwurf der Anstiftung zur Falschaussage ist keiner von und diesbezüglich - habt ihr Bonbons oder Geld gegeben ? - befragt worden. Keine einzige Frage habt ihr den Zeugen Geld angeboten, habt ihr sie zur Falschaussage angestiftet. Seltsam, oder? ,obwohl ich als Vater des Ermordeten 33 Stunden lang - Uta Schneider nicht einmal 10 Minuten befragt wurde. Das ist die deutsche Justiz und Rchtstaatlichkeit.

Verfolge die Aktivitäten des jetzigen Oberstaatsanwaltes Schär, der dazu beigetragen hat, die von meiner Frau bei der Staatsanwaltschaft gemeldeten Korruptionsfälle abgewürgt wurden.Er hat auch den Mordfall Joseph von vorneherein mit vollem Haß vereitelt Er hat meine Frau einen Monat vor Joseph`s Ermordung zur Vernehmung zur Staatsanwaltschaft nach Pirna bestellt. Dort versuchte er sie einzuschüchtern, um die Korruptionsfälle unter den Teppich zu kehren. Meine Frau bezeichnete ihn als Ausländerhasser Nr.1. Erst einen Monat nach der Ermordung Joseph`s wurde der niedergelassene Arzt und Vater von Dr. Johannes Müller, der in die Korruption zusammen mit der Stadträtin Frau Schuster, unserer ehemaligen Angestellten, angeblich verwickelt war, vernommen, obwohl die von uns erstattete Anzeige ein Jahr zuvor getätigt wurde. Die ganze Sache wurde mit einer Spende von 1000 DM seitens Frau Schuster fallen gelassen. Damit wurde die Tat zugegeben. Ausgerechnet Schär betätigt sich als aktiver Verfolger der SSS. Man muß seine Person hinterfragen. Mein Schwiegervater hätte dazu nur gesagt : Ich mach doch nicht den Bock zum Gärtner.

MfG

Saad

Notiert

SZ- online : Zitat

“Kantelberg-Haus Sebnitz wird wieder Apotheke

Sebnitz. In das leer stehende Haus der Familie Kantelberg-Abdulla in Sebnitz zieht wieder eine Apotheke ein. Uta Schneider, Tochter des ortsansässigen Apothekers Ekkehard Schneider, eröffnet sie im Januar 2008. Bereits Familie Kantelberg-Abdulla, die nach dem Tod ihres Sohnes Joseph die Stadt verließ, hatte hier eine Apotheke betrieben. Kürzlich kaufte ein Holländer das Haus und vermietete … “

Lieber Bob,

PS: du weisst, daß wir bis jetzt für die Apotheke, die Fräulein Schneider fertig eingerichtet übernimmt, die Schulden abbezahlen. Der MDR hat übrigens am 16.01.2007 und im März wieder ” Sebnitz, die perfekte Story” im Fersehen gebracht. Kunden haben uns dauf hingewiesen und gefragt , wann unternimmt ihr endlich etwas gegen diese Verunglimpfung..

MfG

Saad

ENDE DES BRIEFES VON SAAD ABDULLA

Fortsetzung nächste Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

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Mobile: +49 152 0285 4626

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Letter from Munich 323

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Letter from Munich - the Joseph Affair – 323

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 13 July 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

A complete translation of the letter printed below in German:

Dear Ralf,

Thank you for the e-mail message. So, why do I go on writing this blog? Why don’t I just let go of the whole story? I think there are a lot reasons, and if you’re interested, in spite of my terrible German, I’ve worked out a fairily long list of these reasons, as follows:

– To begin with the psychologically most burning and strangest reason, I have to refer to a book by the French writer Antoine de Saint-Exupéry, “Terre des hommes.” At the end of this book, Saint-Ex writes a passage about “Mozart assassiné” – Mozart murdered, in the intellectual and spiritual sense of the term “murdered.” In other words, something valuable can be hidden in everyone that the vicissitudes of life destroy in the course of time. Normally that happens when we’re children or very young people, and it disappears from our memory. Some of us, though, think continually on this “something valuable.” As a result, in order to try to compensate for some injustice or damage in lives that cannot be compensated for, we want either to help other people avoid such a thing in their lives, if possible, or we feel ourselves forced sometimes to try to clear up a case of “Mozart murdered,” or to try to have it cleared up.

– As far the Joseph case is concerned, what struck me first of all was the way Kurt Biedenkopf (the then Prime Minister of Saxony) and the mayor of Sebnitz had determined right from the beginning that Joseph had not been murdered. I wondered how they could say that and how they could know the result of the investigation before that investigation had even been completed.

– Later, when I read transcripts of the police interrogation of the witnesses, in which those witnesses retracted sworn statements they had given, there were indications – in my opinion – that these retractions, at least in certain cases, could have been the result of police pressure. Of course it was very stupid of the Kantelberg-Abdullas to pay for those statements. However, I wondered whether it was really possible that every statement had been faked or that most of the witnesses really had signed the statements without knowing the content. In the files there is a court document in which the judge confirmed that she beleved the witnesses, at that time. So wasn’t it possible, I though to myself, that these witnesses had spoken the truth in their original sworn statements?

– In my opinion, it can hardly be disputed that the voice of the witness that could be heard in the MDR (Mitteldeutscher Rundfunk) broadcast, sounded completely believable, as the witness described what he allegedly saw at the swimming pool, when Joseph died.

– Moreover, where the police investigation is involved, one thinks of the article from the New York Times that I mentioned to you once, in which an American journalist describes the way the police – in this case in Japan – pressured a large number of innocent people to confess to crimes they hadn’t committed. It is clear, in those cases as well as in others, that when people feel isolated the police can quite easily put pressure on them.

– It is also impossible to forget all those German news broadcasts about the way the police in eastern Germany frequently ignore or play down beatings and other crimes committed by right-wing extremists. It is impossible to forget other reports that a large number of police in eastern Germany are right-wing sympathizers, in the same way that numerous such reports about the German armed forces cannot be forgotten – reports, for example, about the air force’s “Moelders” squadron, named after one of Hitler’s ace fighter pilots. (The well-regarded news program “Kontraste” reported once again recently that the squadron’s name has not yet been changed, despite a barrage of criticism, because it is supported by right-wing members of the conservative CDU, one of Germany’s two leading political parties. German public television has so often reported about these CDU members that it is almost superfluous to mention them again here.)

– The existence of these right-wing CDU members, police, and military personnel brings to mind the notorious problem of the neo-Nazis who repeatedly make their presence felt in eastern Germany, and very often in Saxony, where the boy Joseph died.

– Recently various journalists have written about the “swamp” of corruption that has been found in the interior ministry and judiciary in Saxony. No one knows when this corruption began. However, the question presents itself: “If certain leaders of the all-powerful CDU – Kurt Biedenkopf and the Mayor of Sebnitz, for example – did not wish to accept that Joseph’s death was caused by right-wing extremists, would it not have been very easy for them to very subtly communicate this wish to the district attorney’s office and the police?”

– Certainly there was no conspiracy, where the Joseph case is concerned. It was only a question of communicating the wishes of leading politicians to the right civil servants. That way of dealing with a problem can be especially effective in a society like this one, where hierarchy and order are so important and where people try hard to guess the wishes of their superiors – and then to fulfil those wishes. These tendencies may even be stronger in one of the new German states, where people have relatively little experience of democracy and where they had to under two different dictatorships for more than six decades, not to mention in an empire before that.

– In the Mitteldeutscher Rundfunk broadcast of June 9, a professor was mentioned who teaches that the Joseph case is an example of the way the media can manipulate and be manipulated. However, it could also be argued that that this case is an example of the way the state can manipulate its civil servants and the media in order to incite public feeling against a family.

– The hatred and vilification that the people of Sebnitz directed against the Kantelberg-Abdullas – and still direct against them – and which was described at the end of the Mitteldeutscher Rundfunk broadcast are perhaps the consequences of such incitement. Otherwise such hatred is difficult to understand, except for the fact that people often feel a special hatred for their victims, when the victims are in the right and when people know they have treated their victims unjustly.

– In such cases, though, it is nearly impossible for victims like the Kantelberg-Abdullas to assert themselves if they themselves have made a mistake: for example, if they have paid witnesses for their testimony. Most people are ready to believe that if this family made a mistake like that, or if a part of what the Kantelberg-Abdullas have said is false, then everything they have said must be a lie.

– It can be seen that the district attorney’s office and the police made every effort to investigate the Kantelberg-Abdullas and to interrogate witnesses in order to try to prove that they were lying. It seems as if the district attorney’s office and the police were concentrating only on that effort. As far as the alleged perpetrators of the crime are concerned just a very slight effort to investigate is evident. It is natural to wonder why that should be so. In this context it is natural also to think of what the MDR broadcast stated: that one of the three suspects had a good alibi. It would be good to know something about the others. Did they too have an alibi?

– The district attorney’s office confiscated everything that the Kantelberg-Abdullas had, which deal with Joseph’s death. These items have apparently never been returned, and one cannot help wondering why?

– The district attorney’s office, as already mentioned, threatened to charge the family with dissemination of false accusations, but this threat was never carried out. What was the reason, if the district attorney and the people of Sebnitz were so convinced of – and so outraged by – what they claimed was a lie on the part of the Kantelburg-Abdullas? Surely the district attorney wasn’t afraid to have the whole affair aired in open court, was he? And if he wasn’t, then what really was the reason for his decision? A feeling of mercy and compassion? If that was the reason, then we have to ask why no one in recent years has helped the Kantelberg-Abdullas, instead of directing what seems to be a kind of campaign of economic and social persecution against them.

In any case, none of that of course proves that Joseph was murdered and the affair covered up. The questions remain, though, and will always remain, at least for me, because I think that no one in the end will know the truth about this case.

Or possibly all of this simply represents the incoherent ideas of a man who lives in his own reality, like the person that was mentioned in the MDR broadcast. That eventuality cannot be completely excluded, can it?

What I do know, though, is, that people shouldn’t forget either these questions or the story of Joseph, because in certain respects we could be dealing with that extraordinary aspect that lies in the heart of us all, that part of us that is really human and creative, that part that is in danger of becoming “Mozart assassiné.”

Sincerely yours

Robert

(End of translation of letter printed below in German.)

Sincerely yours,

Robert John Bennett

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Düsseldorf, den 13. Juli 2007

(Wiederveröffentlichung eines früheren Briefes)

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

Eine deutsche Version des oben stehendes Briefes in Englischer Sprache:

Lieber Ralf,

danke für die E-Mail. Zunächst einmal: Also, warum schreibe ich dieses Blog weiter? Warum lässt mich diese ganze Geschichte einfach nicht mehr los? Ich glaube, es gibt zahlreiche Gründe dazu, und wenn es Sie interessiert, trotz meiner fehlerhaften Deutschkenntnisse, habe ich eine ziemlich lange Liste dieser Gründe ausgedacht, wie folgt:

– Um mit dem psychologisch brennendsten und sonderbarsten Grund zu beginnen, muss ich mich auf ein Buch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry beziehen, „Terre des hommes.“ Am Ende dieses Buches schreibt Saint-Ex eine Passage über „Mozart assassiné“ – Mozart ermordet, im geistigen Sinne des Wortes „ermordet.“ Ich glaube, es gibt in uns allen ein bisschen „Mozart ermordet.“ Mit anderen Worten, kann etwas Wertvolles in allen Menschen versteckt werden, was die Wechselfälle des Lebens im Laufe der Zeit zerstören. Normalerweise passiert das, als wir Kinder oder sehr junge Menschen sind, und es verschwindet aus unserem Gedächtnis. Einige von uns aber denken immer an dieses „etwas Wertvolles.“ Infolgedessen, um zu versuchen ein in unseren Leben nicht wieder gutzumachendes Unrecht oder Schaden, doch gutzumachen, wollen wir entweder anderen Menschen helfen so etwas in ihren Leben zu vermeiden, wenn möglich, oder fühlen wir uns manchmal gezwungen, immer wieder zu versuchen einen Fall von „Mozart ermordet“ aufzuklären oder aufklären zu lassen.

– Wo es um den Fall Joseph geht, das, was mir zunächst im Jahre 2000 auffiel, war die Art und Weise, wie es für Kurt Biedenkopf und den Oberbürgermeister von Sebnitz beschlossene Sache war, von Anfang an, dass Joseph nicht ermordet worden war. Ich fragte mich, wie sie das sagen konnten und wie sie das Ergebnis der Ermittlung wissen konnten, bevor die Ermittlung fertig gestellt wurde.

– Später, als ich die Abschriften des polizeilichen Verhöres der Zeugen lies, wo diese Zeugen ihre eidesstattlichen Erklärungen zurücknahmen, gab es Hinweise – meiner Meinung nach – dass diese Zurücknahmen, mindestens in gewissen Fällen, die Folge des Druckes der Polizei gewesen sein konnten. Natürlich war es sehr dumm von den Kantelberg-Abdullas für diese Erklärungen zu zahlen. Ich fragte mich aber, ob es wirklich möglich war, dass jede Erklärung gefälscht wurde oder dass die meisten Zeugen die Erklärungen wirklich unterschrieben haben, ohne den Inhalt zu wissen. In der Akte gibt es ein richterliches Dokument, wo die Richterin bestätigt hat, dass sie zu dem Zeitpunkt diesen Zeugen glaubte. Also war es nicht möglich, habe ich gedacht, dass diese Zeugen die Wahrheit in ihren ursprünglichen eidesstattlichen Erklärungen gesagt haben?

– Meiner Meinung nach, lässt es sich kaum bestreiten, dass die Stimme des Zeugen, die man in Ihrer MDR-Sendung hören konnte, sich ganz glaubwürdig anhörte, als er das beschrieb, was er angeblich im Freibad sah, als Joseph starb.

– Außerdem, wo es um polizeiliche Verhöre geht, denkt man an den Artikel aus der New York Times, den ich Ihnen schon erwähnt habe, wo ein amerikanischer Journalist die Art und Weise beschreibt, wie die Polizei – in diesem Fall in Japan – zahlreichen Menschen Geständnisse abgepresst haben, Menschen, die völlig unschuldig waren. Es ist klar, in diesen und anderen Fällen, wo Menschen sich isoliert fühlen, kann die Polizei problemlos auf sie Druck ausüben.

– Man denkt auch an all die deutschen Nachrichtensendungen, wo man darüber berichtet hat, wie die Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Prügel, Schläger und andere Verbrechen oft komplett ignoriert und verharmlost hat, sogar als die Opfer um Hilfe dringend baten. Man denkt auch an all die Berichte daeüber, dass eine ganze Anzahl der Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Sympathisanten sind, genauso wie man denkt an die zahlreichen solchen Berichte über die Bundeswehr – zum Beispiel, über das Bundeswehrgeschwader „Mölders“, von dem die „Kontraste“-Sendung der vergangenen Woche noch einmal berichtete. (Das Bundeswehrgeschwader „Mölders“ existiert immer noch, den Journalisten von „Kontraste“ nach, weil dieser Name von den rechtsorientierten Mitglieder der CDU unterstützt wird. Die deutschen rechtlichen-öffentlichen Fernsehsender haben so oft über diese rechtsgerichteten CDU-Mitglieder berichtet, dass es fast überflüssig zu sein scheint, das noch einmal zu erwähnen.)

– Die Existenz dieser weit rechts stehenden CDU-Mitglieder, Polizisten und Soldaten erinnert einen auch an das berüchtigte Problem mit Neonazis, die immer wieder in den neuen Bundesländern auftauchen, und sehr oft in Sachsen.

– Neulich haben verschiedene Journalisten über den Sumpf der Korruption geschrieben, der im sächsischen Innenministerium und Justiz gefunden wurde. Man weiß nicht, wann diese Korruption begonnen hat, aber trotzdem stellt man sich die Frage, „Wenn gewisse Leiter der CDU in Sachsen – Kurt Biedenkopf und der Oberbürgermeister von Sebnitz, zum Beispiel – nicht akzeptieren wollten, dass Josephs Tod von Rechtsradikalen verursacht wurde, wäre es nicht sehr leicht gewesen sein, diesen Wunsch zur Staatsanwaltschaft und Polizei zu kommunizieren, natürlich auf die subtilste Art und Weise?“

– Es gab selbstverständlich keine Verschwörung, wo es um den Fall Joseph geht. Es war nur eine Frage, die Wünsche, die die leitenden Politiker hatten, an die richtigen Beamten zu vermitteln. Eine solche Handlungsweise kann besonders effektiv sein, in einer Gesellschaft wie diese, wo Hierarchie und Ordnung so wichtig sind, und wo man immer wieder versucht, die Wünsche der Vorgesetzten zu erahnen und zu erfüllen. Diese Tendenzen könnten sogar stärker sein, in einem Bundesland, wo die Menschen relativ wenig Erfahrungen mit echter Demokratie haben, und wo sie mehr als sechs jahrzehntenlang in zwei verschiedenen Diktaturen lebten, geschweige denn auch in einem Kaiserreich, vor diesen Diktaturen.

– In der MDR-Sendung vom 9. Juni, erwähnte man einen Professor, der lehrt, dass der Fall Joseph ein Beispiel dafür ist, wie die Medien manipulieren und manipuliert werden können. Man könnte genauso gut die Ansicht vertreten, dass dieser Fall ein Beispiel dafür ist, wie der Staat seine Beamten und Behörden und auch die Medien manipulieren kann, um das Publikum zu Gefühlen gegen eine Familie anzustiften.

– Der Hass und die Verunglimpfung, die von den Menschen von Sebnitz an die Familie Kantelberg-Abdulla gerichtet wurden und werden, Hass und Verunglimpfung, die der MDR am Ende der Sendung beschrieb, sind vielleicht die Folge solcher Anstiftung. Sonst ist solcher Hass schwer zu verstehen, abgesehen von der Tatsache, dass Menschen ihre Opfer oft besonders hassen, wenn diese Opfer Recht mit ihren Behauptungen haben und wenn die Menschen wissen, dass sie diesen Opfern unrecht taten.

– In solchen Fällen aber ist es Opfer wie Familie Kantelberg-Abdulla fast unmöglich, sich durchzusetzen, falls sie selbst Fehler gemacht haben; zum Beispiel, falls sie Zeugen für ihre Erklärungen bezahlt haben. Die meisten Menschen sind bereit zu glauben, dass, wenn diese Familie solche Fehler machte, oder wenn ein Teil davon, was die Kantelberg-Abdullas, falsch ist, dann muss alles, was sie sagen, eine Lüge sein.

– Man sieht, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei jede nur mögliche Anstrengung unternommen haben, die Familie Kantelberg-Abdulla zu ermitteln und die Zeugen zu verhören, um zu versuchen zu beweisen, dass diese gelogen haben. Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft und die Polizei sich nur auf diese Aufgabe konzentriert haben. Nur die kleinsten Anstrengung, um die angeblichen Täter zu ermitteln, ist bis jetzt sichtbar. Man fragt sich warum, und in diesem Zusammenhang denkt man auch daran, was die MDR-Sendung erklärte, nämlich, dass einer der drei Verdächtigen ein gutes Alibi hatte. Man möchte irgendetwas über die anderen wissen. Kurz gesagt, hatten diese auch ein Alibi?

– Die Staatsanwaltschaft hat alles beschlagnahmt, was die Familie Kantelberg-Abdulla hatte, das von Josephs Tod handelte. Anscheinend wurden diese Gegenstände nie zurückgegeben. Man kann nicht umhin zu fragen, warum?

– Die Staatsanwaltschaft, wie schon erwähnt, hat der Familie mit einer Anklage wegen der Verbreitung falscher Anschuldigungen gedroht, aber diese Anklage wurde nie erhoben. Was war der Grund dazu, wenn die Staatsanwaltschaft und die Bevölkerung von Sebnitz davon überzeugt und darüber empört sind, dass die Familie gelogen hat? Es kann nicht sein, dass die Staatsanwaltschaft Angst davor hatte, die ganze Affäre offen vor Gericht herauszubringen, oder? Also wenn nicht, was dann war tatsächlich der Grund zu dieser Entscheidung? Ein Sinn für Erbarmen? Wenn das der Grund war, müssen wir uns fragen, warum niemand in den letzten Jahren der Familie geholfen hat, statt das durchzuführen, was eine Art von ökonomischer und gesellschaftlicher Verfolgung zu sein scheint.

Auf jeden Fall ist all das selbstverständlich kein Beweis dafür, dass Joseph ermordet und die ganze Sache vertuscht wurde, aber die Fragen bleiben und für immer bleiben werden, jedenfalls für mich, weil ich glaube, dass niemand letzten Endes die Wahrheit über diesen Fall wissen wird.

Oder möglicherweise sind all dies nur die unzusammenhängenden Ideen eines Mannes, der in seiner eigenen Realität lebt, wie der Mensch, der im MDR-Bericht erwähnt wurde. Man kann diese Möglichkeit nicht völlig ausschließen, oder?

Das aber, was ich ganz bestimmt weiß, ist, dass man weder all diese Fragen noch die Geschichte von Joseph vergessen sollte, weil es sich in gewisser Hinsicht hier um jenen außergewöhnlichen Teil von uns allen handeln könnte, den wir im tiefsten Herzen haben, jenen Teil von uns, der echt menschlich und schöpferisch ist, jenen Teil, der insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt die Gefahr läuft, „Mozart assassiné“ zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

Mobile: +49 152 0285 4626

E-Mail:  

Websites: majoskant at t-online.de

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Letter from Munich 322

ø

Letter from Munich - the Joseph Affair – 322

EINE DEUTSCHE FASSUNG STEHT WEITER UNTEN. (German translation below – German language character set required for correct display.)

Dusseldorf, 6 July 2007

Dear Mr. Graf, dear friends,

(Final part of a letter to a friend – complete German text is below)

In any case, none of that of course proves that Joseph was murdered and the affair covered up. The questions remain, though, and will always remain, at least for me, because I think that no one in the end will know the truth about this case.

Or possibly all of this simply represents the incoherent ideas of a man who lives in his own reality, like the person that was mentioned in the MDR broadcast. That eventuality cannot be completely excluded, can it?

What I do know, though, is, that people shouldn’t forget either these questions or the story of Joseph, because in certain respects we could be dealing with that extraordinary aspect that lies in the heart of us all, that part of us that is really human and creative, that part that is in danger of becoming “Mozart assassiné.”

Sincerely yours,

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

Germany

Telephone: +49 211 586 4847

Mobile: +49 152 0285 4626

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Since” target=”_blank”>http://blogs.law.harvard.edu/MunichLette… many recipients of this letter may read German more easily than they read English, the following is the author’s translation of the above letter. Please note that word-processing programs outside of German-speaking countries may not display all of the letters of the German alphabet correctly.

Alle Briefe aus München sind abrufbar:

http://blogs.law.harvard.edu/MunichLetters

Düsseldorf, den 6. Juli 2007

Sehr geehrter Herr Graf, sehr geehrte Freunde,

(Der vollständige deutsche Text des oben erwähnten Briefes:)

Lieber Ralf,

danke für die E-Mail. Zunächst einmal: Also, warum schreibe ich dieses Blog weiter? Warum lässt mich diese ganze Geschichte einfach nicht mehr los? Ich glaube, es gibt zahlreiche Gründe dazu, und wenn es Sie interessiert, trotz meiner fehlerhaften Deutschkenntnisse, habe ich eine ziemlich lange Liste dieser Gründe ausgedacht, wie folgt:

– Um mit dem psychologisch brennendsten und sonderbarsten Grund zu beginnen, muss ich mich auf ein Buch des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry beziehen, „Terre des hommes.“ Am Ende dieses Buches schreibt Saint-Ex eine Passage über „Mozart assassiné“ – Mozart ermordet, im geistigen Sinne des Wortes „ermordet.“ Ich glaube, es gibt in uns allen ein bisschen „Mozart ermordet.“ Mit anderen Worten, kann etwas Wertvolles in allen Menschen versteckt werden, was die Wechselfälle des Lebens im Laufe der Zeit zerstören. Normalerweise passiert das, als wir Kinder oder sehr junge Menschen sind, und es verschwindet aus unserem Gedächtnis. Einige von uns aber denken immer an dieses „etwas Wertvolles.“ Infolgedessen, um zu versuchen ein in unseren Leben nicht wieder gutzumachendes Unrecht oder Schaden, doch gutzumachen, wollen wir entweder anderen Menschen helfen so etwas in ihren Leben zu vermeiden, wenn möglich, oder fühlen wir uns manchmal gezwungen, immer wieder zu versuchen einen Fall von „Mozart ermordet“ aufzuklären oder aufklären zu lassen.

– Wo es um den Fall Joseph geht, das, was mir zunächst im Jahre 2000 auffiel, war die Art und Weise, wie es für Kurt Biedenkopf und den Oberbürgermeister von Sebnitz beschlossene Sache war, von Anfang an, dass Joseph nicht ermordet worden war. Ich fragte mich, wie sie das sagen konnten und wie sie das Ergebnis der Ermittlung wissen konnten, bevor die Ermittlung fertig gestellt wurde.

– Später, als ich die Abschriften des polizeilichen Verhöres der Zeugen lies, wo diese Zeugen ihre eidesstattlichen Erklärungen zurücknahmen, gab es Hinweise – meiner Meinung nach – dass diese Zurücknahmen, mindestens in gewissen Fällen, die Folge des Druckes der Polizei gewesen sein konnten. Natürlich war es sehr dumm von den Kantelberg-Abdullas für diese Erklärungen zu zahlen. Ich fragte mich aber, ob es wirklich möglich war, dass jede Erklärung gefälscht wurde oder dass die meisten Zeugen die Erklärungen wirklich unterschrieben haben, ohne den Inhalt zu wissen. In der Akte gibt es ein richterliches Dokument, wo die Richterin bestätigt hat, dass sie zu dem Zeitpunkt diesen Zeugen glaubte. Also war es nicht möglich, habe ich gedacht, dass diese Zeugen die Wahrheit in ihren ursprünglichen eidesstattlichen Erklärungen gesagt haben?

– Meiner Meinung nach, lässt es sich kaum bestreiten, dass die Stimme des Zeugen, die man in Ihrer MDR-Sendung hören konnte, sich ganz glaubwürdig anhörte, als er das beschrieb, was er angeblich im Freibad sah, als Joseph starb.

– Außerdem, wo es um polizeiliche Verhöre geht, denkt man an den Artikel aus der New York Times, den ich Ihnen schon erwähnt habe, wo ein amerikanischer Journalist die Art und Weise beschreibt, wie die Polizei – in diesem Fall in Japan – zahlreichen Menschen Geständnisse abgepresst haben, Menschen, die völlig unschuldig waren. Es ist klar, in diesen und anderen Fällen, wo Menschen sich isoliert fühlen, kann die Polizei problemlos auf sie Druck ausüben.

– Man denkt auch an all die deutschen Nachrichtensendungen, wo man darüber berichtet hat, wie die Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Prügel, Schläger und andere Verbrechen oft komplett ignoriert und verharmlost hat, sogar als die Opfer um Hilfe dringend baten. Man denkt auch an all die Berichte daeüber, dass eine ganze Anzahl der Polizei in den neuen Bundesländern rechtsextremistische Sympathisanten sind, genauso wie man denkt an die zahlreichen solchen Berichte über die Bundeswehr – zum Beispiel, über das Bundeswehrgeschwader „Mölders“, von dem die „Kontraste“-Sendung der vergangenen Woche noch einmal berichtete. (Das Bundeswehrgeschwader „Mölders“ existiert immer noch, den Journalisten von „Kontraste“ nach, weil dieser Name von den rechtsorientierten Mitglieder der CDU unterstützt wird. Die deutschen rechtlichen-öffentlichen Fernsehsender haben so oft über diese rechtsgerichteten CDU-Mitglieder berichtet, dass es fast überflüssig zu sein scheint, das noch einmal zu erwähnen.)

– Die Existenz dieser weit rechts stehenden CDU-Mitglieder, Polizisten und Soldaten erinnert einen auch an das berüchtigte Problem mit Neonazis, die immer wieder in den neuen Bundesländern auftauchen, und sehr oft in Sachsen.

– Neulich haben verschiedene Journalisten über den Sumpf der Korruption geschrieben, der im sächsischen Innenministerium und Justiz gefunden wurde. Man weiß nicht, wann diese Korruption begonnen hat, aber trotzdem stellt man sich die Frage, „Wenn gewisse Leiter der CDU in Sachsen – Kurt Biedenkopf und der Oberbürgermeister von Sebnitz, zum Beispiel – nicht akzeptieren wollten, dass Josephs Tod von Rechtsradikalen verursacht wurde, wäre es nicht sehr leicht gewesen sein, diesen Wunsch zur Staatsanwaltschaft und Polizei zu kommunizieren, natürlich auf die subtilste Art und Weise?“

– Es gab selbstverständlich keine Verschwörung, wo es um den Fall Joseph geht. Es war nur eine Frage, die Wünsche, die die leitenden Politiker hatten, an die richtigen Beamten zu vermitteln. Eine solche Handlungsweise kann besonders effektiv sein, in einer Gesellschaft wie diese, wo Hierarchie und Ordnung so wichtig sind, und wo man immer wieder versucht, die Wünsche der Vorgesetzten zu erahnen und zu erfüllen. Diese Tendenzen könnten sogar stärker sein, in einem Bundesland, wo die Menschen relativ wenig Erfahrungen mit echter Demokratie haben, und wo sie mehr als sechs jahrzehntenlang in zwei verschiedenen Diktaturen lebten, geschweige denn auch in einem Kaiserreich, vor diesen Diktaturen.

– In der MDR-Sendung vom 9. Juni, erwähnte man einen Professor, der lehrt, dass der Fall Joseph ein Beispiel dafür ist, wie die Medien manipulieren und manipuliert werden können. Man könnte genauso gut die Ansicht vertreten, dass dieser Fall ein Beispiel dafür ist, wie der Staat seine Beamten und Behörden und auch die Medien manipulieren kann, um das Publikum zu Gefühlen gegen eine Familie anzustiften.

– Der Hass und die Verunglimpfung, die von den Menschen von Sebnitz an die Familie Kantelberg-Abdulla gerichtet wurden und werden, Hass und Verunglimpfung, die der MDR am Ende der Sendung beschrieb, sind vielleicht die Folge solcher Anstiftung. Sonst ist solcher Hass schwer zu verstehen, abgesehen von der Tatsache, dass Menschen ihre Opfer oft besonders hassen, wenn diese Opfer Recht mit ihren Behauptungen haben und wenn die Menschen wissen, dass sie diesen Opfern unrecht taten.

– In solchen Fällen aber ist es Opfer wie Familie Kantelberg-Abdulla fast unmöglich, sich durchzusetzen, falls sie selbst Fehler gemacht haben; zum Beispiel, falls sie Zeugen für ihre Erklärungen bezahlt haben. Die meisten Menschen sind bereit zu glauben, dass, wenn diese Familie solche Fehler machte, oder wenn ein Teil davon, was die Kantelberg-Abdullas, falsch ist, dann muss alles, was sie sagen, eine Lüge sein.

– Man sieht, dass die Staatsanwaltschaft und die Polizei jede nur mögliche Anstrengung unternommen haben, die Familie Kantelberg-Abdulla zu ermitteln und die Zeugen zu verhören, um zu versuchen zu beweisen, dass diese gelogen haben. Es scheint, als ob die Staatsanwaltschaft und die Polizei sich nur auf diese Aufgabe konzentriert haben. Nur die kleinsten Anstrengung, um die angeblichen Täter zu ermitteln, ist bis jetzt sichtbar. Man fragt sich warum, und in diesem Zusammenhang denkt man auch daran, was die MDR-Sendung erklärte, nämlich, dass einer der drei Verdächtigen ein gutes Alibi hatte. Man möchte irgendetwas über die anderen wissen. Kurz gesagt, hatten diese auch ein Alibi?

– Die Staatsanwaltschaft hat alles beschlagnahmt, was die Familie Kantelberg-Abdulla hatte, das von Josephs Tod handelte. Anscheinend wurden diese Gegenstände nie zurückgegeben. Man kann nicht umhin zu fragen, warum?

– Die Staatsanwaltschaft, wie schon erwähnt, hat der Familie mit einer Anklage wegen der Verbreitung falscher Anschuldigungen gedroht, aber diese Anklage wurde nie erhoben. Was war der Grund dazu, wenn die Staatsanwaltschaft und die Bevölkerung von Sebnitz davon überzeugt und darüber empört sind, dass die Familie gelogen hat? Es kann nicht sein, dass die Staatsanwaltschaft Angst davor hatte, die ganze Affäre offen vor Gericht herauszubringen, oder? Also wenn nicht, was dann war tatsächlich der Grund zu dieser Entscheidung? Ein Sinn für Erbarmen? Wenn das der Grund war, müssen wir uns fragen, warum niemand in den letzten Jahren der Familie geholfen hat, statt das durchzuführen, was eine Art von ökonomischer und gesellschaftlicher Verfolgung zu sein scheint.

Auf jeden Fall ist all das selbstverständlich kein Beweis dafür, dass Joseph ermordet und die ganze Sache vertuscht wurde, aber die Fragen bleiben und für immer bleiben werden, jedenfalls für mich, weil ich glaube, dass niemand letzten Endes die Wahrheit über diesen Fall wissen wird.

Oder möglicherweise sind all dies nur die unzusammenhängenden Ideen eines Mannes, der in seiner eigenen Realität lebt, wie der Mensch, der im MDR-Bericht erwähnt wurde. Man kann diese Möglichkeit nicht völlig ausschließen, oder?

Das aber, was ich ganz bestimmt weiß, ist, dass man weder all diese Fragen noch die Geschichte von Joseph vergessen sollte, weil es sich in gewisser Hinsicht hier um jenen außergewöhnlichen Teil von uns allen handeln könnte, den wir im tiefsten Herzen haben, jenen Teil von uns, der echt menschlich und schöpferisch ist, jenen Teil, der insbesondere zum jetzigen Zeitpunkt die Gefahr läuft, „Mozart assassiné“ zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Robert

Ende des zitierten Briefes

Mit freundlichen Grüßen

Robert John Bennett

Ernst-Gnoss-Strasse 22

40219 Dusseldorf

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Mobile: +49 152 0285 4626

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