Note

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4 July 2008


(Bemerkung: Auf den Anfang einer deutschen Übersetzung des Romans, nur als eine Art Sprachübung durchgeführt, kann man unten rechts zugreifen. Das Kapitel, das zur Zeit übersetzte wird, befindet sich unten.)


(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The first chapter of the English version follows, and the entire English version is available through the links on the right side of this page.)



Teil 1, Kapitel 6

„…Ehrgefühl …gegen einen, den es zu vernichten galt“.
–Thomas Mann
Joseph und Seine Brüder

Im Glanz dieses Herbstnachmittags, schien das Zeitlose fast wahrnehmbar zu sein. Alles war frisch, neu und mysteriös: strahlende Möglichkeiten boten sich ihm an, durch alles, was er anschaute: das Licht, das auf die Backsteine eines Türrahmens fiel; die weißen, in der Sonne leuchtenden, georgianischen Türme, die nach dem sanften Himmel von Cambridge griffen; der plötzliche Bogen der Flügel einiger Vögel, als sie sich jäh in die Luft erhoben. All dies auch verursachte ihm ein Gefühl der Überraschung und Verwirrung, denn er verstand nicht, warum er die Welt auf diese Art und Weise sah; er wusste es auch nicht, was er dagegen unternehmen müsste.

Das, was er als dieses „neue Bewusstsein“ betrachtete, schien, jede alltägliche Tätigkeit zu erhöhen. Es schien, dem Kampf größere Bedeutung zu verleihen, dem Kampf, gut zu sein, Gott zu lieben, und dem ganzen Umfang geistlicher Ideale, die fast allen anderen anscheinend sinnlos waren, Ehre zu machen.

All seine echt engen Freunde, schien es, fand er in Büchern oder unter den Heiligen, zu denen er betete – und das war, natürlich, ein klares Zeichen der Probleme, die vor ihm lagen. Er verstand nicht, wie gefährlich es war, dass er nicht unter den Leuten, die um ihn herum waren, diese intellektuelle Gemeinschaft finden konnte, nach der er sich sehnte. In der Literatur und im Beten schien es ihm, dass etwas sehr viel Besseres existierte. Wenn er die Gefahr aber nicht verstand, wenigstens fragte er sich manchmal, ob er sich einer Illusion überließ, oder nicht. Natürlich waren alle, die um ihn herum waren, sich davon sicher, dass das der Fall war.

Er glaubte aber, dass, auch wenn es eine Illusion wäre, seine Freunde zu finden, wo er sie fand, er nicht auf sie verzichten würde. Mancher würde sagen, dass das sein fataler Irrtum sei.

Sicherlich, auf eine gewisse Art und Weise, fühlte er sich allein. Immer wieder aber, als er in die dunkle, ruhige Kirche in der Nähe von Harvard Square eintrat und vor dem Tabernakel saß, und als er den kleinen Vorhang ansah und wusste, dass es hinter diesen eine Öffnung gab, der Ewigkeit zu, fühlte er sich immer noch allein, ganz bestimmt, aber allein in der Gegenwart einer Person, die nach dem, was David glaubte, in gewisser Hinsicht vielleicht immer allein war. Ob er es deswegen verdient, oder nicht, von vernünftigeren Menschen verspottet zu werden, glaubte er, dass er allein war, mit jemandem, dessen Liebe es notwendig machte, dass er nach den höchsten Grundprinzipien lebe, die er kannte. Das war alles, was er damals wusste; es war alles, was er später wusste. Seiner Meinung nach waren diese Werte die einzigen, nach denen er leben konnte, egal wie unbeholfen er es tat und egal wie oft er damit scheiterte.

Diese Werte hat er schon früh erworben, und sie sind ein notwendiger Bestandteil von ihm geworden. Ohne diese Werte würde sein Leben keinen Sinn ergeben; ohne sie würde er selbst keinen Zweck haben. Als Kind, hatte er aus dem Katechismus gelernt, dass Gott ihn erschaffen hat, um Gott in diesem Leben zu kennen, zu lieben und ihm zu dienen und mit ihm im zukünftigen Leben für immer glücklich zu sein.

Ganz egal. was er tun oder denken oder sagen könnte – und ganz egal, wie töricht vernünftigere Menschen diese Ideen finden könnten – waren sie die echte Basis für seine Existenz. Er war sich nicht immer dieser Ideen bewusst und er lebte nicht immer, als ob er all ihre Implikationen verstünde, aber die übten einen tiefen, verborgenen Einfluss auf all sein Verhalten. Es ist wahrscheinlich nicht übertrieben, wenn man sagt, dass dies ein Einfluss wäre, dass ein so wichtiger Bestandteil seines Gedankens war, dass er glaubte, er könnte sich nicht davon befreien, ohne das ganze Fundament seiner Persönlichkeit zu zerstören.

Viele Jahre nach der Krise, die er in Harvard durchmachte und die sein Leben vielfältig änderte, auf eine Art und Weise, die er nicht vorausgesehen haben konnte, sagte ihm einmal einer seiner ehemaligen Professoren, „Es muss noch etwas in Ihrem Leben vorgekommen sein, als Sie damals in Harvard waren.“ David verneinte es, weil es ihm schien, dass irgendetwas dem Professor vorschwebte, dem David damals nicht zustimmen konnte. Auf irgendeine Art und Weise aber hatte dieser Professor Recht, denn es tatsächlich schien manchmal, dass eine ganz andere Wirklichkeit seine Existenz bedrängte und beeinflusste, so gründlich und eng, dass er sie als ein wesentlicher Bestandteil dieser Existenz betrachten musste, und nicht als das „etwas anderes“, an das der Professor dachte. David glaubte, dass es diese Wirklichkeit war, worauf sein Leben, seine Existenz und seine Identität schließlich gegründet worden waren.

Später, als die Jahre vergingen, glaubte er immer fester, dass diese Wirklichkeit einfach die Wirklichkeit Gottes sei, auf die unklare, wirre und fragmentarische Art und Weise wahrgenommen, wie bestimmte Menschen glauben, dass sie in diesem Leben Gott wahrnehmen.

Für ihn war Gott der absurd zerbrechliche Körper, diese im Tabernakel weggeschlossene Hostie, am Altar der Kirche in der Nähe von Harvard Square, wo nur eine einzige rote Kerze brannte. Das war das „etwas anderes“, das sein Leben enthielt, weil er glaubte, dass dort, vor ihm in der Kirche, hinter einem dünnen Schleier, Einer war, den kein Mensch jemals ergreifen könnte und dessen Wege kein Mensch jemals verstehen könnte. Da, am stillen Punkt – seines Erachtens – war der Anfang und das Ende des ganzen geschaffenen Universums.

In dieser Kirche fühlte er sich zu dem hingezogen, was er von Gott wusste, oder so es ihm schien. Er fühlte sich durch die Art Instinkt hingezogen, der die meisten Lebewesen dazu bringt, sich auf das Licht zu orientieren, obwohl später, und ziemlich lange, als es um echte erwachsene Entscheidungen ging, er sich als jemanden betrachten würde, der der Dunkelheit zugewandt hatte.



Teil 1, Kapitel 7

„Wenn man nicht macht, was man als notwendig, wenn auch nur mit persönlichen Unannehmlichkeiten behaftet, erkannt hat, dann kann man irgendwann auch nicht mehr erkennen, was zu machen ist“.
–Horst-Eberhard Richter
Bedenken gegen Anpassung

(Fortsetzung folgt.)

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“My dear friend,” he said, “there is no reason to be surprised, or to feel deceived. It often happens that the autobiographical element in a novel is not the narrator at all, but the character the narrator is describing.”

— Nils Sondergaard, In an Unknown Country

The first chapter of the novel is printed below. Links to the other chapters are listed at the right.



Part 1, Chapter 1

Forsitan et haec olim meminisse juvabit….
–Vergilius
Aeneidos

One day even these things may be pleasant to remember….
–Virgil
Aeneid

He wouldn’t expect you to believe a story like this could really happen. Sometimes he couldn’t believe it himself. Much of it he had to force himself to remember; much of it he wasn’t very proud of. The thing is, though, he felt his life would really have no meaning if he didn’t at least try to leave some record of it, no matter how clumsy and awkward that record might be. And no matter how frightened he might be at the telling of it.

The story is about a boy, a young man at Harvard, one who had the face of an innocent — bright, open, but sometimes puzzled and hurt. He was full of energy and ideals and an adolescent love for everything he had learned about the life of the mind. Of course he thought he knew a little about the pain and ugliness of life too, but he was almost convinced all that was relatively unimportant. He believed he only had to push it out of his mind. Evil existed in the world — he knew that. But as far as he was concerned, evil was just something he could avoid, something he didn’t really have to worry about, something that would never affect him.

When he was first at Harvard, what he was most aware of was the kind of professor whose lectures seemed to resonate with greatness — at least for him. Those same professors, though, could cause him a strange kind of pain and embarrassment, because of the self-important, mocking, and condescending way some of them spoke about the great writers and poets of English literature. When they did that, they aroused in him an odd sense of humiliation on behalf of those long dead, those who were being so elegantly ridiculed.

So this young man, because he had a great deal of adolescent pride, swore to himself, at some deep level of his mind and without really understanding what he was doing, that no one would ever scrutinize his writings with that unsympathetic air of superiority. There would be, he promised himself, no writings to scrutinize.

Later, though, he came to understand that he had to write at least his own story, and hope that others would read it with as much sympathy and understanding as possible. He hoped they would be able to overlook the way he expressed himself, the only way he could express himself, with everything encoded in dullness and stupidity. He thought these qualities would protect him from the notice of anyone who might laugh at what he had to say. He was always so proud that he never stopped worrying about things like that.

He hoped that some would try to see beyond the code, that they would feel it was worth the trouble. If once in a while they couldn’t help laughing at him, though, he would understand. He was still proud, but he could at least laugh at himself.

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