Note
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27 January 2012
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(Bemerkung: Auf den Anfang einer deutschen Übersetzung des Romans, nur als eine Art Sprachübung durchgeführt, kann man unten rechts zugreifen. Das Kapitel, das zur Zeit übersetzte wird, befindet sich unten.)
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(Note: The beginning of a German translation of the novel, done purely as a kind of language exercise, is available by selecting the appropriate link to the right. The chapter that is currently being translated is below. The first chapter of the English version follows, and the entire English version is available through the links on the right side of this page.)
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Teil 1, Kapitel 16
„Doch besonders bezeichnend ist es, dass der Rückschlag, der die Wiederherstellung, die Rettung zur Folge hat, immer ernster ist als der erste Stoß, der ihn zur Verneinung und Selbstvernichtung treibt. Jene erste Anwandlung ist eben immer eine Art kleinmütiger Erschlaffung, während der Rückschlag mit der Wiederherstellung und Rettung aus eigener Kraft immer etwas Großes ist, dem sich der…Mensch mit der größten, gewaltigsten und ernstesten Anstrengung hingibt“.
–Fjodor Dostojewski
Tagebuch eines Schriftstellers
Ungefähr zur gleichen Zeit, hatte Davids Mutter den seltsamen Wunsch – seltsam, wegen all dem, was später geschehen ist – ungefähr zur gleichen Zeit hatte Davids Mutter den seltsamen Wunsch, ihn als Katholik aufziehen zu lassen. Also ließ sie ihn für eine Katechismus-Klasse einschreiben, die jeden Samstag stattfand, damit er sich auf seine Erstkommunion und Firmung vorbereiten könnte.
Je mehr David darüber nachdachte, später im Leben, desto mehr verwunderte es ihn, dass der Glaube damals so wichtig für seine Mutter war, dass sie ihn dazu bringen wollte, diese Sakramente zu empfangen, denn sie schien schließlich, einige Jahre später, fast keinen religiösen Glauben mehr zu haben. Oder vielleicht versuchte sie, mindestens unbewusst, mit Gott zu handeln: „Ich werde ihn katholisch aufziehen, aber dann erwarte ich, dass du das tun wirst, was ich von dir verlange.“
Andererseits ist es möglich, dass sie ihn zu diesen Katechismus-Klassen schickte, weil sie doch irgendeinen einfachen Glauben an die Lehren der katholischen Kirche hatte. Vielleicht hatte Davids arme Mutter, auf ihre seltsame Art und Weise, irgendeine vage Vorahnung davon, dass er so viel Hilfe wie möglich brauchen würde, um mit den unvermeidbaren Schwierigkeiten des Lebens umzugehen. Vielleicht hat sie es irgendwie gespürt – mindestens unbewusst – wie viel Schwärze und Verwirrung am Horizont für ihn lauert, und deshalb dachte sie, dass sie es ihm ermöglichen musste, irgendeinen Ausweg irgendwann zu finden. Als er Jahre später darüber nachdachte, wusste er, dass all das ziemlich unwahrscheinlich war, aber trotzdem wollte er denken, dass es irgendwie wahr sein könnte.
Auf jeden Fall, wenn irgendetwas ihn schließlich rettete, vor all dem Chaos, das die Versuche der armen Frau, ihn zu besitzen und kontrollieren, verursachten, würde es diese kleine Entscheidung sein, die sie selbst getroffen hat, ihn zum Katechismus-Unterricht zu schicken.
Anscheinend ab und zu passiert es auf diese Art und Weise: diejenigen, die uns den größten Schaden zuzufügen, uns sehr oft – ob sie es wissen oder nicht – einen Ausweg lassen, uns ermöglichen, ihre Versuche zu vermeiden, uns zu verletzen. Wir werden vielleicht eine gewissen Intelligenz brauchen, um diesen Ausweg zu finden, und viel Mut um ihn einzuschlagen, aber es kann sein, dass das, was wir Vorsehung nennen, uns mit allem versorgen wird, das wir brauchen, um zu überleben.
Wo es aber um diesen wöchentlichen Religionsunterricht ging, am dramatischsten war die Tatsache, dass das, was passierte, überhaupt nichts sehr Dramatisches war, oder so schien es. Er lernte aber von den Nonnen, dass es normalerweise solche Augenblicke sind – Augenblicke, wo nichts Wichtiges anscheinend geschieht – die Gott auswählt, um irgendeine besonders große Veränderung zu verursachen, soweit es unsere Leben betrifft.
Und so war es für David, zu dieser Zeit.
Während die Monate vergingen, änderte ihn für immer alles, was allmählich in sein Bewusstsein rückte, infolge dieses Katechismusunterrichts. Denn, nahezu ohne es zu wissen, begann er – auch durch die Augen eines Kindes – in seinem Glauben einen geistlichen und intellektuellen „Ort“ von Beständigkeit und Geborgenheit zu sehen, einen „Ort“, wo alles sinnvoll war, wo auch Leid sinnvoll war.
Obwohl er den Verstand eines Kindes hatte – oder vielleicht weil er den Verstand eines Kindes hatte – konnte er anfangen, ein wenig davon nachzuvollziehen, was die Nonnen ihm und den anderen Kindern über die Leiden Christi vermittelten. Später im Leben würde er sich immer an einem Nachmittag erinnern, wo er in der Katechismus-Klasse war und plötzlich erfuhr er, wie schmerzhaft es gewesen sein muss, wenn die Hände und Füße durch Nägel durchgebohrt werden. Und genauso plötzlich – er musste es zugeben – fühlte er sich enorm dadurch erleichtert, dass er sicher sein könnte, dass er nie auf diese Art und Weise leiden muss.
Teresa von Avila schrieb – in einem Abschnitt, den eine der größten englischen Romanschriftstellerinnen auf unserer Literatur unauslöschlich eingeprägt hat – Teresa von Avila einmal schrieb, dass, als Kind, sie sich nach dem Märtyrertod sehnte. David aber sehnte danach, einen solchen Tod zu vermeiden, und hätte zugegeben, dass er das immer getan hatte. Er dachte immer sehr gern aber, dass es die Gebete der Heiligen Teresa war, die ihn dazu gebracht hatten, diese Tatsache zu verstehen: Die kleinen Martyrien, die wir jeden Tag durchleiden, können eine Quelle einer gewissen Freude sein. Natürlich klingt eine solche Idee wirklich dumm, in der Welt, in der wir heute leben. Schließlich aber begann er zu glauben, auf Gedeih und Verderb, dass es in diesen Momenten war, dass die Sehnsucht nach dem Sinn der Existenz gestillt werden kann, weil es in diesen Momenten ist, schien es ihm, dass wir alle miteinander und mit unserem endgültigen Schicksal wie verwoben sind.
Ob die Nonnen den Kindern, die sie unterrichteten, diese Idee irgendwie vermitteln konnten, oder ob David all das später erfuhr, glaubte er, dass es kein anderes langfristiges Ziel, kein anderer Sinn seines Lebens war, der ihm wirklich einleuchtete. Langfristig zu denken aber, auf eine anhaltende Art und Weise, das konnte er nicht tun. Er musste das zugeben.
Als er sein kindisches Gefühl der Erleichterung spürte, dass er nicht leiden müsste, wie Christus gelitten hat, vielleicht erahnte er auch gleichzeitig, dass er tatsächlich irgendetwas irgendwann leiden müsste, das ihm Schmerzen zufügen würde. Allmählich aber begann er zu glauben, dass, ganz gleich was für ein Leiden dies schließlich werden mag, es einen Sinn haben würde, auch wenn er selbst vielleicht nicht diesen Sinn erkennen könnte.
Als er endlich zu verstehen begann, anscheinend, dass das Leiden irgendeinen Sinn haben könnte, im Rahmen eines Glaubens, der das überschreitet, was wir über die materielle Welt wissen können, war es zu einem Zeitpunkt, als alles, was um ihn herum lag, und das Leben selbst, sinnlos zu scheinen anfingen. Er konnte aber dieses Gefühl von Zwecklosigkeit daran hindern, ihn zu zerstören, weil er irgendwie die Gewissheit erworben hatte, dass die Antwort auf die Frage, „Warum existiere ich?“ furchtbar einfach war, obwohl auch undurchdringlich mysteriös. Es war die Antwort, die die Nonnen gelehrt hatten, die Antwort, die er erst nach vielen Jahren verstand: „Gott hat mich erschaffen, um Ihn zu kennen, Ihn zu lieben, und Ihm zu dienen in dieser Welt, und um glücklich mit Ihm zu sein, für immer, im Himmel.“
Natürlich klingt das einfach, und tatsächlich ist es einfach, und für viele Leute wird es sogar einfältig klingen. Für David aber war diese Meinung anderer Leute nicht wichtig; er hatte immer gedacht, dass die größten Wahrheiten so seien. Die scheinen einfach, auch zu einfach, und wenn wir nicht das verstehen können, was sie implizieren — oder wenn wir nicht imstande sind, zu versuchen, ihre Implikationen auszuleben — können sie sich äußerst dumm anhören: „Ich bin der ich bin.“ „Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat.“ „Alle Menschen werden gleich erschaffen.“ „Es ist nicht möglich, den Ort und den Impuls eines Quantenobjektes gleichzeitig exakt zu messen.“
David glaubte – und er wurde deswegen oft ausgelacht – dass, wenn wir keine Einsicht oder keine Vorstellungskraft in die Waagschale werfen, der Reichtum des Sinnes überall unsichtbar ist, egal ob es um das Leben geht, oder um Literatur, um Wissenschaft oder um sonst etwas. Und wo es sich um den Glauben handelte, und den Sinn des Lebens, was ist, wenn wir Einsicht haben und trotzdem es unmöglich finden, an etwas zu glauben? Die Nonnen haben David das gelehrt, was der Heilige Augustinus einmal sagte – und dies könnte die allereinfältigste Wahrheit – wenn wir um Glauben bitten, wird Gott ihn uns geben.
Ab und zu fragte er sich, ob es sich nur um Selbsttäuschung handele, und er wusste, dass das möglicherweise der Fall sei. Ja, so könnte es sein, außer dass er wusste, dass die Nonnen sagen würden, dass es Menschen gibt, die aus Erfahrung sprechen, und diese sagen uns, Gebete können auf eine Art und Weise erhört werden, die jede erdenkliche Selbsttäuschung ausschließt – oder besser gesagt, überschreitet.
All das aber hat er viel später erfahren. Als Kind und als – vielleicht naiver – junger Mann, genügte es ihm, sich noch einmal daran zu erinnern, was die Nonnen gesagt hatten, „Gott hat uns erschafft, um in diesem Leben ihn zu kennen, ihn zu lieben und ihm zu dienen, und mit ihm im Jenseits für immer glücklich zu sein.“ Schließlich, und viel später, begann David zu glauben – zu Recht oder zu Unrecht – dass er niemals – trotz allem, sogar trotz all dem, was er in seinem Leben falsch gemacht hatte – die Implikationen jener Äußerung ausschöpfen oder anderswo Stabilität und Kraft finden würde. Er glaubte später, dass diese Aussage ein Ausdruck der Idee – sogar eine Verkörperung der Idee – sei, dass, wenn wir versuchen das Richtige zu tun, egal was passieren mag, dann können wir uns alle sicher fühlen, im tiefsten Sitz unseres Bewusstseins. Natürlich konnte er nicht diesen Glauben in seinem Leben immer verwirklichen, egal wie er sich bemüht, das zu tun.
Trotzdem glaubte er immer noch.
Als David sehr jung war, bevor er in der Sekundarschule war, und als es ihm leichter fiel, so etwas zu glauben, war das Gefühl der Geborgenheit, das er im Glauben fand, den die Nonnen ihn lehrten, entscheidend für sein Überleben. Ohne das hätte er nie später den sehr bescheidenen Erfolg erzielen können, den er in Harvard hatte. Er hätte niemals begonnen können, das kleinste Element des intellektuellen Lebens zu verstehen. Er hätte überhaupt nichts darüber verstanden. Der Sturm, den der Zusammenbruch der Ehe seiner Eltern verursachte, in David und in der Familie, und der Tumult seiner eigenen Adoleszenz hätten ihn mitgerissen und völlig zerstört.
Egal welche angeborene Intelligenz er in seiner späten Jugend besessen haben mag, sie wäre unbrauchbar gemacht worden, sie wäre vernichtet worden, bevor er sogar daran denken konnte, eine Universität wie Harvard zu besuchen, wenn er nicht alle Schmerzen und Schwierigkeiten seines Lebens in einem größeren Zusammenhang hätte betrachten können.
Er glaubte, dass sein Kopf nie hätte sogar begonnen können, sich zu entwickeln, wenn er sich nicht an die Idee hätte klammern können, die die Nonnen tief in seine Gedanken und sein Unbewusste auf indirektem Wege eingebettet hatten. Es war die Idee, dass er überleben muss und überleben würde, egal was passierte, nicht für ihn selbst – das war nicht genug – sondern weil er überzeugt war, dass Gott wollte, dass er überlebt – eine Idee, die heutzutage ziemlich exzentrisch scheint, gelinde gesagt. Und Gott wollte, dass er überlebt (dies hatten die Nonnen ihn gelehrt) damit die Ausgießung der Güte und des Glücks, die Gottes Natur ist, auch Davids Natur sein könnte – Davids Natur und die Natur aller anderen. Er glaubte, wenn Gott wollte, dass er besteht, wenn sozusagen selbst das Universum auf irgendeine blinde Art und Weise sein Überleben wollte, und wenn auch er bestehen wollte, dann würde er das einfach tun.
Schließlich aber, ging es dabei darum, dass Gott immer erhält, was er wünscht, so oder so. Das war es, was die Nonnen ihm beigebracht hatten. „Heisenberg hatte Recht“, bemerkte eine der Nonnen eines Tages, lachend, „und Einstein im Irrtum war, in einem Punkt.“ Sie strich sich den langen, schwarzen Schleier über die Schulter. „Gott würfelt doch. Das aber, was Einstein, auch mit all seinem Genie, vielleicht nicht sehen konnte, ist, dass das Spiel manipuliert wird, sozusagen. Das Universum ist eingerichtet, so dass Gott immer gewinnt. Vielleicht nicht sofort, und vielleicht nicht auf die Art und Weise, wie er – unserer Meinung nach – gewinnen sollte, doch schließlich gewinnt er, immer. Und für Gott, „schließlich“ könnte einen Tag bedeuten, oder eine Woche oder tausend Jahre oder sogar eine Million Jahre. Es ist ihm egal, wisst ihr.“
Dann hielt sie für einen Moment inne, bevor sie hinzufügte, „Und vielleicht sollte es uns auch egal sein.“
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Teil 1, Kapitel 17
„Ich war damals noch ein Kind, aber es war die Rede davon, dass die guten Tage den verständigen Leuten zufielen, die besten Tage aber jenen, die unklug zu sein wagten“.
–Sigrid Undset
Kristin Lavranstochter
(Fortsetzung folgt.)
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“My dear friend,” he said, “there is no reason to be surprised, or to feel deceived. It often happens that the autobiographical element in a novel is not the narrator at all, but the character the narrator is describing.”
— Nils Sondergaard, In an Unknown Country
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The first chapter of the novel is printed below. Links to the other chapters are listed at the right.
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Part 1, Chapter 1
Forsitan et haec olim meminisse juvabit….
–Vergilius
Aeneidos
One day even these things may be pleasant to remember….
–Virgil
Aeneid
He wouldn’t expect you to believe a story like this could really happen. Sometimes he couldn’t believe it himself. Much of it he had to force himself to remember; much of it he wasn’t very proud of. The thing is, though, he felt his life would really have no meaning if he didn’t at least try to leave some record of it, no matter how clumsy and awkward that record might be. And no matter how frightened he might be at the telling of it.
The story is about a boy, a young man at Harvard, one who had the face of an innocent — bright, open, but sometimes puzzled and hurt. He was full of energy and ideals and an adolescent love for everything he had learned about the life of the mind. Of course he thought he knew a little about the pain and ugliness of life too, but he was almost convinced all that was relatively unimportant. He believed he only had to push it out of his mind. Evil existed in the world — he knew that. But as far as he was concerned, evil was just something he could avoid, something he didn’t really have to worry about, something that would never affect him.
When he was first at Harvard, what he was most aware of was the kind of professor whose lectures seemed to resonate with greatness — at least for him. Those same professors, though, could cause him a strange kind of pain and embarrassment, because of the self-important, mocking, and condescending way some of them spoke about the great writers and poets of English literature. When they did that, they aroused in him an odd sense of humiliation on behalf of those long dead, those who were being so elegantly ridiculed.
So this young man, because he had a great deal of adolescent pride, swore to himself, at some deep level of his mind and without really understanding what he was doing, that no one would ever scrutinize his writings with that unsympathetic air of superiority. There would be, he promised himself, no writings to scrutinize.
Later, though, he came to understand that he had to write at least his own story, and hope that others would read it with as much sympathy and understanding as possible. He hoped they would be able to overlook the way he expressed himself, the only way he could express himself, with everything encoded in dullness and stupidity. He thought these qualities would protect him from the notice of anyone who might laugh at what he had to say. He was always so proud that he never stopped worrying about things like that.
He hoped that some would try to see beyond the code, that they would feel it was worth the trouble. If once in a while they couldn’t help laughing at him, though, he would understand. He was still proud, but he could at least laugh at himself.

